Bier aus Franken: Aecht Schlenkerla Rauchbier

Franken, das Zentrum Europas, besitzt mit über 270 verschiedenen kommerziellen und (größtenteils) unabhängigen Brauereien die größte Brauereidichte der Welt! Ich möchte daher den März über jede Woche zwei verschiedene Fränkische Biere auf meinem Blog vorstellen, die ich natürlich kurz zuvor probiert habe oder sogar während des Schreibens trinke.

Nummer zwei ist heute das “Aecht Schlenkerla Rauchbier” aus Bamberg:

Die Brauerei

Aecht Schlenkerla Rauchbier - BambergDie erste urkundliche Erwähnung der Brauereigaststätte Schlenkerla in Bamberg geht auf das Jahr 1405 zurück. Sie liegt im Herzen der Altstadt, in unmittelbarer Nähe des Bamberger Doms und wird seit 1866 in sechster Generation schon von der Familie Graser/Trum geführt. Die Produktionspalette umfasst das Schlenkerla Rauchbier Märzen (ein dunkles und untergäriges Märzenbier – Testbier dieses Artikels), das Schlenkerla Rauchbier Urbock (Ausschank und Verkauf nur von Oktober bis 6. Januar), das Schlenkerla Rauchweizen, das helle Schlenkerla Lager, das Schlenkerla Fastenbier (Ausschank und Verkauf nur von Aschermittwoch bis Ostern) sowie das Schlenkerla Eiche (Ausschank und Verkauf nur während der Weihnachtszeit). Die jährliche Produktionsmenge an Bier beträgt schätzungsweise 13.000 HL.

Das Bier: Aecht Schlenkerla Rauchbier

Schlenkerla Rauchbier

Auf den ersten Blick wirkt das Schlenkerla Rauchbier im Glas sehr dunkel, schon nahezu schwarz. Hält man das Glas gegen das Licht, schimmert es in Farbtönen von hellbraun über Purpurrot bis hin zu Orange. Sofort nach dem öffnen der Flasche macht sich augenblicklich ein Geruch nach geräuchertem Schinken, Malz und Rauch breit, der sämtliche Geruchsnerven verwirrt – aber woher kommt dieser? Es liegt an der Art und Weise wie hier der Grünmalz getrocknet (gedarrt) wird: Um das keimen der des Malzes zu stoppen, wird unter der Darre ein Buchenholzfeuer entzündet – der dabei entstehende Rauch verleiht dem Malz das typische Raucharoma. Es ist also kein Schinken oder Speck im Bier gelandet, es riecht nur danach.

Wie schon beim Geruch spielen die Geschmacksknospen auf der Zunge völlig verrückt und fragen “Ist das wirklich Bier?”. Charakteristisch ist hier natürlich der Geschmack der nach geräuchertem Schinken. Es schmeckt zudem herb, malzig und hat einen sehr langen Abgang.

Das Schlenkerla Rauchbier ist ein sehr spezielles Bier, entweder man liebt es oder eben nicht – etwas dazwischen gibt es nicht. Es ist ein sehr exotisches Bier dass für Liebhaber exotischer Biersorten ein absolutes Muss ist, gelegentlichen Biertrinkern rate ich eher davon ab. Ich trinke es ab und an sehr gerne, aber mehr als zwei pro Abend schaffe selbst ich nicht ;). Ich bewerte es mit vier von fünf Kronkorken!

Ein wunderbares Zitat aus dem Buch von Tommy Jaud – “Resturlaub” über das Schlenkerla Rauchbier. Ich finde es passt wie die Faust aufs Auge:

Das Schlenkerla ist eine Institution in Bamberg und es schenkt ausschließlich Bier aus, das so schmeckt, als sei gerade ein Schinken und eine Tüte Barbecue-Chips hineingefallen: das Aecht Schlenkerla Rauchbier.

Anschrift Brauerei Schlenkerla:
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
E-Mail: Kontaktformular
Homepage: http://www.schlenkerla.de


Der Artikel zum Weißenoher Klosterbier, erscheint am Freitag den 11.03.2011 um 12:00 Uhr

Der "Bier-März" im Überblick


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Dieser Beitrag wurde am Montag, 7. März 2011 um 12:00 Uhr erstellt und unter der Kategorie Franken abgelegt. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse einen Kommentar, oder setze einen Trackback von Deiner eigenen Homepage.

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