Campen kann so schön sein, wenn nicht…

Endlich! Der Urlaub steht vor der Tür und man beginnt voller Vorfreude mit dem Packen für den diesjährigen Campingurlaub. Rasch wird eine Checkliste erstellt oder aus dem Internet ausgedruckt:

  • Campingstühle – Check
  • Zelt(e) – Check
  • Campingkocher – Check
  • Luftmatratzen – Check
  • Isomatten – Check
  • Schlafsäcke – Check

Und so weiter und so fort…Nachdem nun alles nach dem „Tetris-Prinzip“ im Auto verstaut ist, geht es auch schon los. Nach 50 Kilometern erfolgt die erste obligatorische Pinkelpause – welche sich nun im 2-stündigen Rhythmus wiederholt.

Als man dann schon fast gar nicht mehr daran glauben mag – ist man angekommen! Endlich auf dem Campingplatz. Jetzt kann der Urlaub losgehen.

Das Zelt ist mehr oder weniger in Windeseile aufgebaut und mit Luftmatratzen und Schlafsäcken eingerichtet. Bei Einbruch der Dunkelheit erwacht die dunkle Seite eines jeden Zelts, mit fiesen Stolperfallen in Form von Zeltschnüren, trachten sie jedem der vorbeigeht nach dem Leben oder zumindest nach den Knochen.

Der erste Morgen bricht an – und man hat schon geduscht bevor man das Zelt überhaupt erst verlassen hat. Beim Kauf des Zeltes hat man sicherlich einfach nur übersehen dass es ein eingebautes „Sprinklersystem“ hatte. Das angesammelte Tauwasser muss ja irgendwohin und, Dank der Schwerkraft, eben nach unten – halb so wild!

Da das Zelt nur über Kaltwasser verfügt, ist eine warme Dusche nun genau das richtige. Doch der Weg dorthin ist ein Weg voller „Gefahren“ – freilebende Gänse, Enten und Ziegen haben es auf das Handtuch abgesehen dass sich der Camper von heute modisch um die Hüfte gewickelt hat und sich nichts Böses denkt.

Hat man es dann doch noch am Stück in die Duschen geschafft, teilt man sie sich im Normalfall mit ebenfalls dort campierenden Mehrbeinern, die man am liebsten unter dem Schuh oder auf einem anderen Kontinent sehen will. Keine Sorge, noch nie wurde ein duschender Camper von einem dieser Getiere gefressen!

Nach der warmen Dusche geht es zurück zum Domizil – dort angekommen gibt es Frühstück oder Mittagessen. Der Campingtisch wird aus dem Auto befreit, aufgebaut und die mobile Küche (Gaskocher) angeworfen. Dosenravioli – lecker!

Den Rest des Tages verbringt man mit diversen Aktivitäten, erkundet den Campingplatz oder schließt Freundschaft mit den freundlichen Nachbarn die zu hunderten mit ihren Wohnwägen – und gelben Nummernschildern – den Platz gestürmt haben.

Nach einigen gemeinsamen Bierchen, geht es zurück ins eigene Zelt um für den nächsten Tag fit und ausgeruht zu sein. Wenn – ja wenn – nicht die seltsamen Geräusche aus des Nachbarn Wohnwagen dringen würden, die sofort zu bösen Bildern im Kopf verleiten und ein einschlafen somit unmöglich machen.

Die Nacht war kurz – entweder lag es an den Kühen, die auf der angrenzenden Wiese grasen und sich gegenseitig einen guten Morgen wünschen, oder die mittlerweile nicht mehr ganz so gefüllte Luftmatratze, sodass man nun auf dem harten Boden liegt. Eine weitere Dusche im Zelt später, ist die Matratze wieder aufgepumpt und die Nacht kann weitergehen.

Aufgrund der Erfahrungen mit den auf dem Platze lebenden Tieren, ist der Weg zur Dusche dieses Mal ein Kinderspiel. Auch das gestern noch dort wohnende Getier ist ausgezogen – man hat die Dusche also für sich alleine – ein Traum! Oder Alptraum, wenn das warme Wasser nur zum Einseifen reicht und für das Shampoo im Haar nur noch eiskaltes Wasser übrig bleibt…

Das Schicksal gibt sich meist nicht nur mit einem Schlag zufrieden – aus diesem Grund bleibt die Küche heute kalt. Der Gaskocher verweigert aus unerklärlichen Gründen den Dienst. Dosenravioli schmecken auch kalt ganz „hervorragend“. Komplett zu entfallen droht das Mahl dann noch, wenn der gestern noch bombensicher stehende Campingtisch aus unerklärlichen Gründen Beine aus Gummi bekommen hat und sich das Mittagessen malerisch auf des Campers Hose verteilt.

Die ältere Dame, die in unserem Fall den Campingplatz in der Bretagne leitet, den wir übrigens im Internet via http://www.adacreisen.de/camping-bretagne.html gefunden haben, muntert uns flugs mit einem gekonnten und professionellen Französisch-Deutsch-Englisch-Niederländisch-Kauderwelsch wieder auf!

Trotz der Pleiten, Pech und Pannen während des diesjährigen Campingurlaubes, wird dies sicherlich nicht der Letzte gewesen sein – mal ehrlich, Campen ohne „Zwischenfälle“ kann ja auch jeder!

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 1. November 2012 um 17:42 Uhr erstellt und unter der Kategorie Home abgelegt. Both comments and pings are currently closed.

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