Gastartikel-Aktion: Strom sparen im Haushalt

Über den Autor:
Andreas Madel betreibt die Webseite www.kwh-preis.de die sich mit den Strom-und Gasmarkt in Deutschland beschäftigt. Neben Tarifrechnern für Strom und Gas wird der thematische Schwerpunkt der Webseite auf erneuerbare Energien und Ökostrom gelegt.

Jedes Jahr das gleiche Spiel. Die Energieanbieter erhöhen die Strompreise. Obwohl der Erzeugerpreisindex Strom des Statistischen Bundesamtes zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 um 20 Prozent gefallen ist, müssen sich Verbraucher auch 2011 auf steigende Strompreise einstellen. Bereits zum Jahreswechsel haben 609 Stromanbieter die Preise um durchschnittlich 7 Prozent angehoben.

Die Stromanbieter rechtfertigen die Preiserhöhungen mit gestiegenen Umlagen für erneuerbare Energien oder langfristigen Beschaffungsstrategien. Verschwiegen wird gerne, dass viele Preiserhöhungen zumindest zum Teil in die Kassen der Stromanbieter fließen. Verbraucher bleibt indes nur zwei Möglichkeiten. Zum einen zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Zum anderen den Stromverbrauch zu reduzieren. Der günstigste Strom ist immer noch der, welcher gar nicht verbraucht wird. Vom Strom sparen profitiert im übrigen nicht nur der Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Weniger Strom bedeutet weniger Atommüll und CO2 Emissionen.

Schon kleine Veränderungen wirken Wunder

Oft reichen schon kleine Veränderungen aus um den Stromverbrauch zu senken. Nicht selten sind Geräte im Stand-by-Modus für einen erheblichen Teil der Stromkosten verantwortlich. Der Stromverbrauch im Stand-by-Modus wird dabei zumeist unterschätzt und führt zu hohem Stromverbrauch. Ein Fernseher auf Stand-by verbraucht im Jahr beispielsweise bis zu 100 Kilowattstunden.

Eine Lösung wäre, Geräte wie PCs, Fernseher, Drucker oder Monitore an Steckerleisten mit Schalter anzuschließen und so die Stromzufuhr auf Knopfdruck zu stoppen. Oder man zieht einfach den Stromstecker des jeweiligen Gerätes. Familie können auf diese Weise rund 115 Euro jährlich einsparen kann.

Generell auf Energiespargeräte umrüsten

Sollte eines der Geräte im Haushalt einmal das Zeitige segnen, empfiehlt sich, bei der Neuanschaffung auf Energiespargeräte umzusteigen. Wenn Verbraucher ihren alten Kühlschrank beispielsweise durch ein energieeffizientes Exemplar ersetzen, können sie über dessen Nutzungsdauer rund 200 Euro an Stromkosten sparen.

Strom sparen bei der Beleuchtung

Im Bereich der Beleuchtung hilft es, alle Lampen auf Energiesparleuchten umzurüsten. Für Treppenhäuser gibt es beispielsweise die Möglichkeit, Abschaltautomatiken zu installieren und so unnötige Kosten zu vermeiden. Wussten Sie übrigens, dass der Sparvorteil bereits bei der Farbauswahl Ihrer Wände beginnen kann? Weiße Wände unterstützen die Leuchtkraft Ihrer Lampen nämlich am stärksten, ebenso wie helle Lampenschirme.

Beim Kochen auf die passende Platte achten

Am Herd beginnt das Strom sparen bereits bei der Wahl der richtigen Kochplatte: der Topf sollte genau darauf passen, der Deckel beim Kochvorgang immer auf dem Topf bleiben. Auch die Töpfe selbst beeinflussen den Energieverbrauch. Solche mit glattem Boden sind effizienter. Beim Kochen sollte man so wenig Flüssigkeit wie möglich verwenden. So kocht das Wasser schneller. Einige Minuten vor Ende die Kochplatte bereits ausschalten und die Restwärme nutzen ist ebenso hilfreich. Den Backofen können Verbraucher sogar schon rund zehn Minuten vor dem Ende abschalten. Auch auf das Vorheizen sollte man verzichten.

Nur volle Maschinen waschen

Bei der Neuanschaffung von Waschmaschinen gilt: auf die Energieeffizienzklasse achten. Zwar sind Geräte der sparsamsten Kategorie A beim Kauf am teuersten. Jedoch rechnet sich die Investition schon binnen kürzester Zeit. Strom sparen können Verbraucher ebenso, indem sie ihr Waschverhalten überprüfen: Man sollte nur dann die Maschine einschalten, wenn sie wirklich voll ist. Auch eine niedrige Waschtemperatur spart Energie. Nur bei stark verschmutzter Wäsche sollte man eine höhere Temperatur wählen. In der Regel reichen 40 Grad, um sie sauber zu waschen. Auch die Vorwäsche ist vielfach unnötig. Darüber hinaus bieten viele Geräte Energiesparprogramme an, die man nutzen sollte.

Auf das Waschen folgt das Bügeln. Ähnlich wie beim Kochen bietet sich auch hier an: Das Bügeleisen bereits kurz vor dem Ende ausschalten und die Restwärme für die letzten Stücke nutzen.

Kühl- und Gefrierschränke nicht neben den Herd

Kühl- und Gefriergeräte machen etwa ein Fünftel des Stroms aus, den eine Familie jährlich verbraucht. Wie bei der Waschmaschine sollten Verbraucher daher schon beim Kauf auf die Strom sparende Energieeffizienzklasse A, besser noch A++ achten. Als Kühltemperatur reichen 7 Grad völlig aus. Auch die Position des Gerätes in der Küche ist wichtig:
Es sollte möglichst nicht neben wärmespendenden Geräten stehen wie dem Herd, dem Geschirrspülerz, der Heizung oder der Waschmaschine. Warme Getränke oder Essen gehören ebenfalls nicht in den Kühlschrank. Sie sollten zuerst abkühlen.

Damit Gefrierschränke leistungsstark bleiben, muss man sie regelmäßig abtauen. Als Faustregel gilt: Die Eisschicht darf maximal einen Zentimeter dick sein, dann sollte der Gefrierschrank spätestens abgetaut werden. Doch auch schon Eisschichten, die weniger dick sind, treiben den Stromverbrauch in die Höhe.

Tags: ,

Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 15. Februar 2011 um 12:00 Uhr erstellt und unter der Kategorie Gastbeiträge abgelegt. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse einen Kommentar, oder setze einen Trackback von Deiner eigenen Homepage.

Hinterlasse einen Kommentar: