Nürnberg im Nationalsozialismus – Teil 1 – Das Reichsparteitagsgelände

Anmerkung vorab:
Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Personen, dem Gedankengut welches sie verbreitet haben, sowie sämtlichen (Verfassungsfeindlichen) Symbolen die auf den Fotos zu sehen sind. Da die Bilder in einem historischen Zusammenhang mit der Geschichte Nürnbergs stehen, ist eine Veröffentlichung gestattet (siehe auch Strafgesetzbuch § 86 Absatz 3). Die Bilder wurden mir von Dr. Eckart Dietzfelbinger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrum Nürnberg zur Verfügung und Veröffentlichung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!

Das Reichsparteitagsgelände – damals

Erstmals 1927 und anschließend wieder 1929, fanden in Nürnberg die Reichsparteitage der NSDAP statt. Ein idealer Platz für die Aufmärsche zwischen 1933 und 1938 wurde im Südosten Nürnbergs gefunden – auf dem Gelände der Luitpoldhalle wo neben dem Fußballstadion auch das Gefallenen-Denkmal stand. Die Veranstaltungen, die immer größere (und aus heutiger Sicht immer aberwitziger) werdende Ausmaße angenommen hatten – hatten mit den weiten Heideflächen den perfekten Ort für die Inszenierung gefunden.

Die Aufmärsche und sonstigen Veranstaltungen (Paraden, Reden, Massenauftritte) zogen zwischen 250.000 und 1.000.000 Menschen in ihren Bann und unterstrichen so die Macht der Nationalsozialisten sowohl im Inland als auch im Ausland.

Ab 1933 beschloss die damalige Reichsregierung im Gebiet des Dutzendteiches das Reichsparteitagsgelände Mittels offenen und geschlossenen Bauten optisch mit Monumentalbauten aufzuwerten. Von 1934 an wurde das Gesamtkonzept und die Leitung an Albert Speer übertragen. Zusätzlich wurde am 29. März 1935 das Gesetz über den „Zweckverband Reichsparteitag Nürnberg“ erlassen, um die Ausführungen der Projekte zu gewährleisten (die Fertigstellung der Baumaßnahmen sollten den ursprünglichen Plänen zufolge im Jahr 1950 erfolgen).

Der Südosten Nürnbergs war bis Kriegsbeginn 1939 die größte Baustelle im Deutschen Reich (wenn nicht sogar der Welt). Die Nord-Süd-Achse hätte bei Vollendung eine Gesamtlänge von 7.000 Metern und von Ost nach West eine Ausdehnung von 3.500 Metern und eine Gesamtfläche von Schätzungsweise 17 Quadratkilometern gehabt. Man kann heute getrost davon ausgehen dass die veranschlagten 700 Millionen Reichsmark bei weitem nicht ausgereicht hätten.

Die Bauten die auf dem Gelände geplant und teilweise errichtet wurden, waren im einzelnen:

  • Die Luitpoldharena
  • Die Kongresshalle
  • Die Große Straße
  • Das Deutsche Stadion
  • Das städtische Stadion
  • Das Zeppelinfeld
  • Die Steintribüne
  • Die KDF-Stadt
  • Die Plätze für Zeltlager

Um ihre (völlig übertriebene) „Weltanschauungsarchitektur“ der Welt öffentlich zu präsentieren, hatte das Regime neben Nürnberg vor allem Linz, München, Berlin und Hamburg als Standorte für umfangreichste Monumentalbauten auserkoren.

Das Reichsparteitagsgelände – heute

Heute wird das ehemalige Reichsparteitagsgelände nur noch durch Bauten wie die „Große Straße“ die noch im Rohbau befindliche „Kongresshalle“ sowie der “Steintribüne” dominiert.

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 hat die Stadt Nürnberg auf dem knapp 4 Quadratkilometer großen Gelände rund um das ehemalige Reichsparteitagsgelände mit 23 großen Tafeln ein umfassendes Informationssystem aufgestellt, welches die Besucher direkt vor Ort über die NS-Parteitage und Bauten umfassend in deutscher und englischer Sprache informiert.

Teil 2 – Der Luitpoldhain, erscheint Montag den 01.11.2010 um 9:00 Uhr

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Dieser Beitrag wurde am Montag, 25. Oktober 2010 um 09:00 Uhr erstellt und unter der Kategorie Nürnberg abgelegt. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse einen Kommentar, oder setze einen Trackback von Deiner eigenen Homepage.

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