Nürnberg im Nationalsozialismus – Teil 2 – Der Luitpoldhain

Anmerkung vorab:
Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Personen und dem Gedankengut welches sie verbreitet haben, sowie sämtlichen (Verfassungsfeindlichen) Symbolen die auf den Fotos zu sehen sind. Da die Bilder in einem historischen Zusammenhang mit der Geschichte Nürnbergs stehen, ist eine Veröffentlichung gestattet (siehe auch Strafgesetzbuch § 86 Absatz 3). Die Bilder wurden mir von Dr. Eckart Dietzfelbinger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrum Nürnberg zur Verfügung und Veröffentlichung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!

Der Luitpoldhain – damals

Die Geschichte des Luitpoldhain geht bis in die Kaiserzeit zurück. Unter der Schirmherrschaft von Prinzregent Luitpold fand auf dem Gelände die Bayerische Landesausstellung statt – diese fand dank der Verdienste des damaligen Nürnberger Bürgermeister Dr. Georg von Schuh anlässlich der 100 jährigen Zugehörigkeit von Nürnberg zu Bayern statt. Es war die insgesamt Dritte Ausstellung die in Nürnberg stattgefunden hat. Es gelang Dr. von Schuh den Prinzregenten Luitpold für sich zu gewinnen, indem er ihm versprach dass das Ausstellungsgelände später seinen Namen, Luitpold-Hain, tragen werde. 1913 wurde Dr. Georg von Schuh in den erblichen Adelsstand erhoben und durfte sich fortan „Ritter von Schuh“ nennen und erhielt zusätzlich den Titel eines Oberbürgermeisters.

Die Luitpoldarena, Luitpoldhalle und der Luitpoldhain – damals

Die Geschichte des Luitpoldhain geht bis in die Kaiserzeit zurück. Unter der Schirmherrschaft von Prinzregent Luitpold fand auf dem Gelände die Bayerische Landesausstellung statt – diese fand dank der Verdienste des damaligen Nürnberger Bürgermeister Dr. Georg von Schuh anlässlich der 100 jährigen Zugehörigkeit von Nürnberg zu Bayern statt. Es war die insgesamt Dritte Ausstellung die in Nürnberg stattgefunden hat. Es gelang Dr. von Schuh den Prinzregenten Luitpold für sich zu gewinnen, indem er ihm versprach dass das Ausstellungsgelände später seinen Namen, Luitpold-Hain, tragen werde. 1913 wurde Dr. Georg von Schuh in den erblichen Adelsstand erhoben und durfte sich fortan „Ritter von Schuh“ nennen und erhielt zusätzlich den Titel eines Oberbürgermeisters.

Das 600.000m² große Gelände war ursprünglich mit Kiefernwäldern und Heideflächen bewachsen. Zwischen Dutzendteich und Wodanstraße entstanden nun Gastronomiebetriebe und Ausstellungshallen wo unter anderem typisch Bayerische Produkte und künstliche Erzeugnisse präsentiert wurden. Zusätzlich wurde der Luitpoldhain um Springbrunnen und Spazierwege und einen Leuchtturm am Nordwestrand des Dutzendteichs, der im Zuge der Baumaßnahmen der Nationalsozialisten für das Reichsparteitagsgelände, erweitert. Das „Königlich-Bayerische EXPO-Gelände“ war während der halbjährigen Ausstellungsdauer ein wahrer Besuchermagnet, rund 2,5 Millionen Besucher wurden gezählt.

Zwischen 1928 und 1930, der Zeit der Weimarer Republik, entstand unter dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Hermann Luppe eine Ehrenhalle für die gefallenen Soldaten des Ersten Weltkrieges auf der Ostseite des Luitpoldhain. Die Ehrenhalle wurde im Osten zusätzlich durch ein Denkmal für die gefallenen der Fliegertruppe des gleichen Krieges erweitert.

Während der Nazi-Diktatur wurde auf dem Luitpoldhain zwischen 1933 und 1937 die „Luitpoldhalle“ welche aus Zeit der Bayerischen Landesausstellung stammt umgebaut. Aus der Halle wurde nach Beendigung der arbeiten die Luitpoldarena. Schon 1927 und 1929 hielten die Nationalsozialisten ihre Parteitage in der Luitpoldhalle.

Nachdem Nürnberg den Titel „Stadt der Reichsparteitage“ erhielt und die Reichsparteitage von 1933 an jährlich im September stattfanden, war die Luitpoldarena stets erster Anlaufpunkt für Formationen der NSDAP. Hinter der Rednerkanzel wurden Ehrentribünen errichtet die am Nord- und Südende durch Türme abgeschlossen wurden. Insgesamt bot das Areal über 150.000 Menschen Platz.

Die Tribünen und Rednerkanzel wurden bewusst auf das Gefallenendenkmal aus dem Ersten Weltkrieg gerichtet und durch eine 250 Meter lange und 20 Meter Breite Straße verbunden. Nachdem der letzte Redner fertig war, fanden am Denkmal schon beinah übertrieben kultische Fahnenweihe und Totenehrung statt.

Der Luitpoldhain – heute

Nach der Kapitulation Deutschlands und dem Niedergang der Nationalsozialistischen Diktatur, war man in Nürnberg darauf erpicht sein „braunes Erbe“ schnellstmöglich zu tilgen. Die von Luftangriffen bereits schwer beschädigte Luitpoldarena wurde gesprengt – heute ist dort ein Parkplatz zu sehen. Die Zuschauer- und Ehrentribünen, Rednerkanzel und die Türme rund um die Ehrenhalle wurden abgetragen, gesprengt und/oder einfach mit Erde überdeckt und mit Bäumen bepflanzt.

Im Sommer finden auf dem Areal des Luitpoldhains das immer beliebter werdende „Klassik Open Air“ mit den Nürnbergern Philharmoniker statt. Ein weiterer Veranstaltungsort ist die aus den sechziger Jahren stammende „Meistersingerhalle“ samt Hotel.

Fotografen der Bilder vom Klassik Open Air sind Claus Felix (Bild links und Rechts), Haja Dietz (Bild Mitte).

Teil 3 – Die Kongresshalle, erscheint Montag 08.11.2010 um 9:00 Uhr

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