Nürnberg im Nationalsozialismus – Teil 6 – Das städtische Stadion

Anmerkung vorab:
Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen Personen, deren Gedankengut welches sie verbreitet haben, sowie sämtlichen (Verfassungsfeindlichen) Symbolen die auf den Fotos zu sehen sind. Da die Bilder in einem historischen Zusammenhang mit der Geschichte Nürnbergs stehen, ist eine Veröffentlichung gestattet (siehe auch Strafgesetzbuch § 86 Absatz 3). Die Bilder wurden mir von Dr. Eckart Dietzfelbinger, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Dokumentationszentrum Nürnberg zur Verfügung und Veröffentlichung gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle!

Das städtische Stadion – damals

Otto Ernst Schweizer gilt als „Vater“ des städtischen Stadions in Nürnberg, zwischen 1926 und 1928 wurde es nach seinem Entwurf erbaut. Es sollte ein Teil des neu konzipierten Freizeit- und Sportgeländes am südlichen Teil des Dutzendteiches entstehen. Den ursprünglichen Plänen nach, bot das städtische Stadion bis zu 50.000 Menschen Platz. Auffallend ist die achteckige Form des Stadions, die bis heute in Deutschland einzigartig ist.

1928 erhielt das städtische Stadion im Rahmen der Olympischen Spiele in Amsterdam die Goldmedaille für die künstlerische Gestaltung.

Als die Nationalsozialisten ihre Reichsparteitage in Nürnberg abhielten, wurde auch das städtische Stadion für diese Zwecke genutzt. Es erhielt den Namen „Stadion der Hitlerjugend“ und diente der gleichnamigen Organisation als Aufmarsch- und Übungsort. 1935 hielt Adolf Hitler während der Reichsparteitage im Stadion vor versammelten Hitler-Jungen eine Rede, aus der das folgende Zitat (zweifelhafte) Berühmtheit erlangte: „flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“.

Nach Kriegsende nutzte die US-Armee das städtische Stadion als Sportplatz und bekam den Namen „Victory-Stadium“.

Das städtische Stadion – heute

Das städtische Stadion wurde nach 1963 mehrfach renoviert, um den Anforderungen der Fußball-Bundesliga gerecht zu werden. Hier trägt der 1. FC Nürnberg seine Heimspiele aus. Daneben finden nationale und internationale Leichtathletikveranstaltungen statt.

In den 1960er Jahren wurden die Zuschauerplätze auf 56.500 Einheiten ausgebaut und eine Flutlichtanlage errichtet. 1987 erfolgte eine Generalsanierung und -renovierung. Im Endeffekt wurde das Stadion für 68,1 Millionen D-Mark umgebaut – dabei wurden die Zuschauerplätze auf etwa 53.000 reduziert.

1991 wurde das damalige städtische Stadion in Franken-Stadion umbenannt und mit einem großen Volksfest eingeweiht.

Da Nürnberg 2006 Austragungsort der FIFA Weltmeisterschaft in Deutschland war, wurde es für insgesamt 56 Millionen Euro modernisiert und technisch aufgerüstet. Pünktlich zum Start des Turniers bekam es den Namen “EasyCredit-Stadion” und fasst seitdem etwa 44.300 Zuschauer.

Teil 7 – Die Zeppelintribüne & das Zeppelinfeld, erscheint Montag den 06.12.2010 um 9:00 Uhr

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