Quo vadis? – Airport Nürnberg

Seit einigen Wochen ist in Nürnberg (und vor allem auch in der Landeshauptstadt München) eine Diskussion entbrannt – wonach der Flughafen Nürnberg (offiziell Airport Nürnberg) einen „neuen“ Namen, bzw. einen Beinamen erhalten soll.

Dass Sportstätten ihre Namen an Sponsoren verkaufen oder vermieten (Beispiel: ARENA Nürnberger Versicherung –> Eishockey und Multifunktionshalle oder EasyCredit Stadion –> Fußball) – das leuchtet mir ja noch ein, ein solches Namenssponsoring ist mit Sicherheit kein billiges Vergnügen.

Die Überlegung von Bayerns Finanzminister Markus Söder, der übrigens gebürtiger Nürnberger ist (sympathisch macht ihn das für mich allerdings noch lange nicht) – ein Namenswechsel von „Airport Nürnberg – einfach abheben“ zu „Albrecht-Dürer-Flughafen – einfach abheben“ muss her. Wörtlich sagte er im Bayerischen Rundfunk:

So solle der Airport künftig “Albrecht-Dürer-Flughafen” heißen, forderte Söder. Seine Begründung: “Ich kenne keinen Flughafen von nennenswerter Größe, der nicht ein Bekenntnis zu seiner Heimat abgibt.

Meine Frage nun lautet: Wie kann uns Albrecht Dürer, seines Zeichens großer Maler, Künstler und Mathematiker – und ganz nebenbei auch schon seit nunmehr 484 Jahren tot – dem Flughafen aus der Krise helfen?

Hat er in Geld schwimmende Nachfahren die für eine Namensgebung großzügig bezahlen würden? Wohl kaum! Eine derartige Aktion bringt kein Geld – sie kostet Geld. Alleine die gesamte Beschilderung am Flughafen, Briefpapier, Umschläge, Visitenkarten, Infobroschüren, Beschilderung in der U-Bahn, Schulung von Personal (unter anderem wie man sich nun richtig am Telefon meldet) und was weiß ich sonst noch…

Ich kann mir auch nicht vorstellen dass nun Fluggesellschaften in Jubelstürme ausbrechen werden und ihre Maschinen nun vermehrt nach Nürnberg schicken. Das wird ganz sicher nicht passieren. Die Probleme des Flughafens sind sicherlich Teils hausgemacht, Teils ist die Schuldenkrise in Europa und der Welt ganz sicher auch nicht unschuldig daran, dass der Flughafen im Geschäftsjahr 2011 einen Verlust von 8,36 Millionen Euro (3,12 Millionen Euro Verlust waren es im Jahr 2010) gemacht hat.

Doch es gibt auch erfreuliche Nachrichten, die dem Flughafen eher helfen wieder aus den roten Zahlen zu kommen – seit dem 22. Juni gibt es mit VUELING (immerhin die zweitgrößte Spanische Fluggesellschaft) eine neue Airline die täglich dreimal Barcelona direkt anfliegt. Klingt nach nicht viel, aber wie heißt es so schön: Kleinvieh macht auch Mist. Schließlich kassiert der Flughafen:

20112010
Landeentgelte12 Mio. Euro11,9 Mio. Euro
Passagierentgelte17,7 Mio. Euro17,6 Mio. Euro
Abstellentgelte0,9 Mio. Euro0,8 Mio. Euro
Duty-Free4,2 Mio. Euro4,1 Mio. Euro
Parkplatzanlagen9,7 Mio. Euro9,0 Mio. Euro

Auszug aus dem Geschäftsbericht des Airport Nürnberg. Der komplette Bericht findet sich hier (PDF-Datei).

Neue Kooperationen, oder bestehende ausbauen – das hilft dem „Airport Nürnberg“ – ein Namenswechsel macht in meinen Augen absolut keinen Sinn und wird hoffentlich nicht umgesetzt!

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Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 1. August 2012 um 19:09 Uhr erstellt und unter der Kategorie Nürnberg abgelegt. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse einen Kommentar, oder setze einen Trackback von Deiner eigenen Homepage.

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