Wacken Open Air 2009

Es gibt eine kleine Neuerung auf dieser Seite. Es wird zum ersten Mal Gastschreiber geben. Mein Kollege Axel hat während des Festivals ein kleines Tagebuch geschrieben und er wird es hier an den entsprechenden Tagen veröffentlichen und Wiebke hat mir ihre Kommentare per Mail geschickt ;).

Es gibt eine kleine Neuerung auf dieser Seite. Es wird zum ersten Mal Gastschreiber geben. Mein Kollege Axel hat während des Festivals ein kleines Tagebuch geschrieben und er wird es hier an den entsprechenden Tagen veröffentlichen und Wiebke hat mir ihre Kommentare per Mail geschickt.

Axel hat die türkise Schriftfarbe, Wiebke die orange Schriftfarbe, ich die rote!

Montag, 27.07.2009

Ich liebe Wacken. Ich liebe das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein, dabei nicht aufzufallen und einige Tage im Jahr einfach tun und lassen zu können, was ich will.

Mein erstes Wacken…ich muss gestehen, ich bin ein wenig aufgeregt. Ich habe bisher nur davon gelesen oder gehört (Axel / Wiebke).

So begaben wir uns um ca. 13:00 Uhr auf die lange, harte, anstrengende Fahrt nach Wacken. Trotz einiger Staus ließen wir uns die Laune nicht verderben, hörten guten Heavy Metal und führten mehr oder weniger sinnvolle Gespräche.

Axel will mich um 12:30 Uhr abholen, bis wir aber tatsächlich losfahren ist es 13:30 Uhr (nicht 13:00 Uhr). Axel ist das erste Stück von Nürnberg bis nach Kassel gefahren, den Rest habe ich übernommen. Stau war dann auch erst ab Kassel…hat uns mindestens 2 Stunden gekostet.

In Wahlstedt – unserer Zwischenstation auf dem Weg ins Geheiligte Land – quartierten wir uns bei Wiebke, einer Arbeitskollegin von hotel.de, ein und genossen sowohl fantastisches Essen als auch die nette Gesellschaft von Wiebkes Eltern.

Geschafft von der schon beschriebenen langen, harten, anstrengenden Autofahrt, gingen wir sehr schnell schlafen, wobei wir – wie früher in der Jugendherberge – rumblödelten und uns letztendlich alle drei in einem Bett befanden. Hey, wir befanden uns nur in einem Bett – mehr war da nicht. Ehrlich. Indianer-Ehrenwort. Echt jetzt. Peace – out.

Kaum angekommen wurden wir von Wiebke auch schon in die Küche bugsiert wo ein leckeres Abendessen (inklusive Bierchen) auf uns wartete…lecker!!!

Wiebke, die Lusche, suchte dann nach ca. 30 Minuten das Weite, da ihr zwei heiße Männer im Bett dann anscheinend doch zu viel waren.

Heiß ist das richtige Wort! Man hab ich geschwitzt! Wie soll man da denn bitteschön schlafen?

Dienstag, 28.07.2009:

Der Dienstag begann für uns um 10:00 Uhr, nachdem Phil aus dem nicht wirklich niedrigen Bett gefallen war, mit einem Lachanfall. Das Gesicht von Phil war unbezahlbar.

Ich wurde schon lange nicht mehr so “sanft” geweckt. Axel hat sich wahrscheinlich so breit gemacht, dass ich gepflegt ausm Bett gefallen bin. Skandal!!!

Ich sags euch, was ein Anblick….roll, streck….plumps…. muahahaha und Phil’s Blick war das Beste!!!

Wir verbrachten den Tag damit, zu essen und bei diversen Supermärkten in Bad Segeberg und Wahlstedt Proviant für Wacken einzukaufen. Neben jeder Menge Dosenfutter und Grillfleisch (FLEISCH!!!) fanden sich auch mehrere Lebensmittel in unserem Einkaufswagen wieder, die ein echter Metaller nur vom Hören-Sagen kennt: Schwarzbrot, Erdnussbutter, Schoko-Pops, H-Milch, Spülmittel, Spüllappen. Voll unmetal, möchte man denken; diese Sachen haben uns aber – neben Dosenfutter, Grillfleisch und Bier – am Leben erhalten und uns dieses sogar wesentlich leichter gemacht. Watson, notieren Sie: für nächstes Jahr muss unbedingt mehr Brot mit (egal, welches!), Knoblauch, Butter und METALL-Grillbesteck.

Man das hatte ich doch zu genüge dabei. Wat beschwerste dich denn? Du kannst immer nur meckern, meckern, meckern :p

Bad Segeberg ist ein nettes Städtchen, schöne Gebäude aus Backstein und eine saubere Fußgängerzone (in Fachkreisen nennt man das Klinker). Wär mal eine Alternative für ein verlängertes Wochenende. Aber zurück zum Thema: Verpflegung kaufen. 48 Dosen Bier, dutzende Packen FLEEEIIIISCH, polnischer Wodka (den wir aus Angst vor Erblindung aber nicht geöffnet haben), Dosenfutter fürs Frühstück und auch nen Kasten alkoholfreie Getränke (der kam dann halbvoll wieder mit nach Wahlstedt).

Nach einem kurzen Stadtrundgang in Wahlstedt und einer Stippvisite bei Wiebkes Mutter im Reisebüro aßen wir am Abend noch mit Familie Weißbach eine Pizza und brachen unsere Zelte dann gegen 22:00 Uhr ab, um nach Wacken aufzubrechen.

Kurz zuvor erfuhren wir noch, dass die Campingflächen schon seit Montag geöffnet und schon ordentlich besetzt waren. Mich nervte das tierisch an, da ich damit gerechnet hatte, dass wir zu den ersten Campern zählen und daher einen nahe dem Festivalgelände gelegenen Campground beziehen würden. Pustekuchen. Im Nachhinein bin ich aber sehr zufrieden mit unserem Zeltplatz Y. Dazu später mehr…

Nach dem Aufbau von Pavillon und Zelten genehmigten wir uns noch einige leckere Holsten-Biere. Watson, notieren Sie: der Pavillon muss mit dickeren Seilen abgespannt und mit stärkeren Heringen befestigt werden. Den Fahnenmast buddeln wir nächstes Mal tiefer ein.

Endlich geht es los. Kurz nach 22 Uhr fahren wir in Wahlstedt Richtung WACKEN. Nach knapp einstündiger Fahrt waren wir am Ziel angekommen…das geheiligt Land lag vor uns. Auf dem Zeltplatz abgekommen, haben wir erst mal unsere Zelte aufgebaut und anschließend den Pavillon errichtet. Das @#!?*-teil. Wir mussten dem Pavillon zu guter Letzt mit Panzertape (aus Axels, geklauten geliehenen ohne zu fragen, Bundeswehr Beständen ) zu Leibe rücken um ihn zu befestigen. Dem haben wir es gezeigt.

Mittwoch, 29.07.2009:

Um 08:30 Uhr hielt es mich nicht mehr im Zelt aus und war der erste, der wach war. Nach einem “Gourmet-Frühstück”, bestehend aus Spaghetti und Bier, gingen wir direkt zum Mittagessen (FLEISCH!!!) über. Ach ja, zuvor holten wir uns noch schnell die Full Metal Bag und das obligatorische Wacken-Armbändchen an der entsprechenden Ausgabestelle ab. Wacken, wir kommen! Den Rest des Tages verbrachten wir mit Biertrinken, Freunde von Wiebke treffen und Grillen (FLEISCH!!!).

Unsere Nachbarin war früher wach und hat mich mit einem lauten und piepsigen “WIEB WIEB WIEB” vor der Bus-Fensterscheide geweckt. Zudem hat irgendeiner versucht klopfender Weise die Frontscheibe einzuschlagen – jedenfalls hat es sich danach angehört…

Spaghetti mit Tomatensauce ohne FLEEEIIISCH…geht gar nicht. Was haben wir da nur für nen Schrott gekauft? Wenigstens das Bier befeuchtet unsere trockenen Kehlen…morgens um 9:30 Uhr. Alkohol geht ja eigentlich vor 18 Uhr nicht, aber WACKEN hat so seine eigenen Gesetze. Mit 2 Bier intus und einem weiteren als Wegzehrung “bewaffnet” machen wir uns auf den Weg zur Ausgabestelle für das Festivalbändchen und das Full-Metal-Bag (Zutaten: einem Taschenaschenbecher, 2 Postkarten, 1 Aufkleber, ein bisserl Werbung, einer “Hundemarke” und einem Brustbeutel). Ich glaube 2 Bier reichen nicht – denkt an eure “Gute Fee”, die immer mit fast ALLEM ausgestattet war… vor allem Bier *hihi*. Zu diesem Brustbeutel muss erwähnt werden dass Axel das vorgeschlagen hatte an die Leute zu verteilen und obwohl ich es wusste hat er es alle 5 Minuten wiederholt.

Das klang dann so:

Ey, wusstest Du dass ich das vorgeschlagen habe?

Jupp…haste mir schon erzählt!

5 Minuten später…

Ey, wusstest Du dass ich das vorgeschlagen habe?

*seufz* Jupp…vor 5 Minuten hast Du mir das schon erzählt!

5 Minuten und 10 Sekunden später…

Wusstest Du dass… JAAAHAAA, hier nimm das Bier und schweig still!!!

Ich glaube das war alles nur Taktik von ihm, er war zu faul aufzustehen um sich das Bier selbst zu holen!!!

Das kann ich nur bestätigen!!!!

Hier noch eine Anmerkung zu unserem Zeltplatz: es war mit Abstand der sauberste Zeltplatz von ganz Wacken! Wenn wir Richtung Festivalgelände aufbrachen, stiegen uns gleich am nächsten Campground die allerübelsten Gerüche von Exkrementen, Bier und sonstigen Flüssigkeiten in die Nase, die wirklich dazu führten, dass wir zeitweise kurz benommen stehen blieben bleiben mussten.

Erwähnen möchte ich hier noch kurz die “Monster-Backfischbrötchen”. Sie gehören bei jedem Besuch des Nürnberger Volksfestes und der Fürther Kärwa dazu, aber was es hier gab war schier unglaublich…selbst ich fand die groß – und das will was heißen!!!

Donnerstag, 30.07.2009:

Heute spielen die ersten Bands auf den Main-Stages!

Ein wenig wurde die Vorfreude dadurch getrübt, dass Phil, der alte Emo, mich schon um 07:30 Uhr weckt. Dafür entschädigte das Frühstück – diesmal ein Duett von Linseneintopf (FLEISCH!!!) und Bier.

Heute früh hat es angefangen zu regnen…und wie es das hat. Leider hat das Nagelneue Zelt dass mir Katrins Mutter geliehen hat durch die Kombination “Sturm + Fixierung” einen Riss in der Ecke bekommen und der Regen ist ins Zelt gelaufen und auf den Schlafsack. Wir hatten am Vorabend ausgemacht “Der erste der wach ist, weckt die anderen!”. Hab ich dann auch gemacht…um halb 7. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen haben wir erst mal gefrühstückt, Linseneintopf mit Bier. Danach hat Axel mir angeboten im Auto zu schlafen. Mag man zwar nicht glauben, aber das war echt bequem.

Anschließend hauten wir uns nochmal kollektiv aufs Ohr. Das tat vielleicht weh… Nach einer ordentlichen Dusche bei Bauer Willi und einem weiteren Bier war der Tag schon jetzt gerettet. Phil und ich füllten uns dann im kurzfristig aufgrund des schlechten Wetters zum Party-Bus umfunktionierten VW von Wiebke gegenseitig mit Met und Bier ab. Oh ja, wir waren gut dabei am Donnerstag… Wieso sprichst Du in den Mehrzahl?

Auch auf Wacken ging das ganze “Schweinegrippe-Theater” natürlich auch um. Ich kann Euch sagen: Keine Spur von Schweinegrippe, dafür hat sich Axel Rinderwahn eingefangen, wie auf dem Foto deutlich zu erkennen ist. Wer auch immer behauptet hat “Duschen ist kein Heavy-Metal” der war noch nie bei Bauer Willi. In seiner Scheune hat er 15 18 Einzelkabinen eingebaut. Wow…das war ein tolles Erlebnis. Der Preis von 3 Euro war auch völlig okay, auf dem Festivalgelände bezahlt man 2,50 Euro für Gemeinschaftsduschen und kaltem!!! Wasser. Dann doch lieber zu Willi in Ruhe duschen und noch einen leckeren Kaffee trinken.

Danach ging es aber auf zu JBO, die eine absolut geile Show hinlegten. Gerne hätte ich meine Frankenfahne geschwenkt, aber ein paar hässliche Emo-Typen hinter mir meckerten. Ist schon Scheiße, wenn man sowohl körperlich als auch geistig mit 10 Jahren aufhört zu wachsen. But fuck it! Was nicht egal war, war die Tatsache, dass wir den Phil in der Menge verloren haben. Der Quatschkopf ist, ohne sich umzudrehen, einfach in die Menge reingelaufen. Sowas von unmetal.

Wacken-Regel Nr. 1: achte auf deine Metalbrüder und –schwestern, vor allem auf die, mit denen du unterwegs bist! Verliere sie nicht, denn sie könnten den / die Autoschlüssel bei sich tragen…

Ich bin ja jetzt nicht wirklich klein, also denke ich mir ich laufe vor um für die anderen und mich einen guten Platz zu ergattern. Nach einer Weile drehe ich mich dann um…niemand da. Hmm…ist jetzt nicht so prickelnd. Naja, that’s life. J.B.O habe ich sehr genossen. Wir hatten uns auf der Fahrt nach Wahlstedt schon damit “aufgewärmt”.

Auch Running Wild bestaunten wir am Abend aus der Ferne. Geile Band und vor allem war das ihre allerletzte Show! Heaven & Hell allerdings nahmen wir dann nicht mehr mit; ich war todmüde, hörte den genialen Gesang von Ronnie James Dio aber noch im Zelt.

Ja, der Wind stand gut!

Freitag, 31.07.2009:

Großkampftag! Heute spielen mindestens vier Bands, die ich mir unbedingt ansehen will. Es wurden denn auch vier, aber ich hätte lieber Amon Amarth anstatt Motörhead gesehen. Wahrscheinlich mussten die Rentner von Motörhead früh in die Heia und wurden dadurch im Programm zeitlich vorgezogen. Bei diesen Alt-Rockern liegt die Betonung wirklich auf alt.

Zu den Bands: Ich habe selten eine geilere, live so präsente und fittere Band gesehen als Airbourne. Die habe die Black Stage einfach weggefegt… der Sänger ist sogar noch auf das Gerüst der Lichttechnik geklettert, also etwa 20 Meter hoch! Wirklich sehenswert. Das ist Rock à la AC/DC! Crowdsurfer und mitgröhlen inklusive!

Ich kannte Airbourne bereits aus meinem Playstation-Spiel “NHL 2009″ und von ihrem bisher einzig veröffentlichten Album. Mir fällt nur ein Wort zu ihrem Sound und Ihrer Show ein: GEIL, GEIL, GEIL!!! Okay, das waren jetzt 3 Wörter, aber mir doch egal :p

Auf Hammerfall freute ich mich besonders, da dies die erste Show sein würde, auf der ich den neuen Gitarristen Pontus Norgren unter die Lupe nehmen konnte. Mein Fazit: ich finde, die Band hat durch ihn an Qualität gewonnen, da er sehr gut singen kann, was Stefan Elmgren fehlte. Auch gitarrentechnisch komplettiert Pontus Hammerfall sehr gut, wobei Stefan da einfach der bessere Solist war. Alles in allem eine sehr gute Show, in der das Publikum fantastisch unterhalten wurde. Ich bin gespannt auf die Jubiläums-DVD!

Dann war es endlich Zeit für die “Gottväter” des True-Metal. HAMMERFALL. Ich bin ein riesiger Fan der Jungs aus Schweden und besitze jedes Album. Für mich ging ein Traum in Erfüllung diese Band einmal wirklich Live zu sehen. Einen guten Platz hatten wir auch, war richtig Klasse. Auf meiner Liste fehlt jetzt nur noch Rammstein Live zu sehen, mal sehen wann das klappt.

Bullet For My Valentine durfte ich leider nur aus der Ferne sehen, weil Phil sich beim Hammerfall-Konzert einen krummen Rücken geholt hatte und sich setzen musste. Gar nicht so einfach auf einem Festival, das zu 95% aus Matsch, zu 4% aus Dreck und nur zu einem Prozent aus Grünfläche besteht. Bei der Movie Stage fanden wir dann doch noch ein akzeptables Fleckchen und schauen uns BFMV auf der Videoleinwand an. Auch nicht schlecht…

Anschließend konnte ich Phil überzeugen, noch zu Motörhead mitzukommen. Da wir schon etwas spät dran waren, mischten wir uns nicht mehr in die Menge, sondern fanden ein hübsches Plätzchen links von der Black Stage, wo wir auch ein paar von Wiebkes Freunden fanden. Ich mag Motörhead nicht besonders, aber die Show war richtig gut. Lemmy hat ganz passabel „gesungen“ und gespiel, obwohl wahrscheinlich stoned bis Oberkante Unterlippe. Ein Höhepunkt der Show war eindeutig der Auftritt der sog. Fuel Girls, die Feuer spien und sich extrem sexy auf der Bühne räkelten. Ein absoluter Augenschmaus!

Motörhead konnte ich bereits letztes Jahr auf “Rock im Park” sehen. Ich werde sicherlich nicht ihr glühendster Fan, aber für ihr Alter haben die Herren doch eine ziemlich gute Show abgeliefert. Die Mädels hat Axel ja schon erwähnt, kann ich mir also sparen

Als letzte Band am Freitag sah ich dann In Flames. Mir bleibt nur zu sagen, dass das bis jetzt die schönste (nicht beste) Show war, war die Pyro- und Lichttechnik angeht.

Nach der letzten Band haben wir uns dann noch bei Wiebkes Freunden einquartiert und noch das ein oder andere Bier gezwitschert. Lustig war’s.

Samstag, 01.08.2009:

Heute hatte ich mir viel vorgenommen: Einherjer begannen bereits um 12:00 Uhr zu spielen. Wir nutzten jedoch das tolle Wetter und grillten erst mal ordentlich (FLEISCH!!!) nach dem Aufstehen.

FLEEEIIISCH!!! Unser letzter Festivaltag bricht an. Wir schmeißen uns erst mal FLEEEIIISCH auf den Grill und gönnen uns noch ein Bierchen (plus eins für Unterwegs). RAGE war mir persönlich jetzt nicht wirklich geläufig, aber was ich da gesehen und gehört habe hat mir sehr gut gefallen. RAGE hat auf Wacken einen neuen Fan für sich gewonnen.

Die erste Band war demnach Rage um 13:00 Uhr. Schon bei den ersten Takten bekam ich Gänsehaut, weil der Sänger „Peavy“ Wagner eine tolle Stimme hat und die Songs einfach fantastisch präsentiert bzw. gespielt wurden. Hinzu kam, dass sich Rage noch einige langjährige Freunde als Gastsänger einluden, um das 25-jährige Bestehen der Band zu feiern. Allein schon der Auftritt von Hansi Kürsch, der mit Peavy zusammen „Set This World On Fire“ schmetterte, war die lange, harte, anstrengende Autofahrt und den Preis für das Ticket wert. Aber durch Jen Majula und Schmier von Destruction erhielt der Gig von Rage sein Sahnehäubchen. Absolut unglaublich; schade, dass sie schon am Nachmittag spielen mussten. Die Show wäre am Abend eines der Highlight gewesen.

Aus sicherer Entfernung sahen wir uns danach Cathedral und Testament an. Diese Altherren-Bands gaben mir überhaupt nichts und so beschäftigten wir uns eher damit, ein paar Freaks, die an uns vorbeiliefen, zu knipsen.

Was danach kam, kann eigentlich nur mit deprimierend, langweilig und völlig unnötig bezeichnen. Cathedral und Testament…noch nie vorher gehört und seit diesem Tag auch in Zukunft ausgeschlossen. Wiebke hatte sich einen tollen Platz außerhalb der Stages auf einer Bierbank ergattern können also haben wir uns dazu gesellt, die Sonne ausgiebig genossen und den ein oder anderen komischen “Vogel” geknipst. War das ein Spaß.

Für alle Beteiligten ging es dann mit In Extremo weiter, die wieder mal eine geniale Pyroshow boten und ihre grandiosen Klassiker wie „Küss mich“, „Sieben Köche“ oder „Villeman Og Magnhild“ darboten. Wie schon letztes Jahr in der Stadthalle bleibt festzustellen, dass “In Extremo” eine überzeugende Liveband sind.

Zu “In Extremo” muss ich glaub ich nicht viel sagen. Sie gehören zu einer der genialsten deutschsprachigen Bands die es momentan gibt. Sie verbreiten vom Moment an, an dem sie die Bühne betreten eine gute Stimmung und binden ihr Publikum in fast jeden Song mit ein. Welche andere Band macht das heute noch? Spitze waren außerdem die Pyrotechnischen Elemente der Show.

Direkt im Anschluss traten Volbeat auf der True Metal Stage auf. Obwohl ich mich noch nicht so intensiv mit der Band beschäftigt hatte, gefiel mir der Auftritt durchaus. Vor allem die Stimmung war mehr als ausgelassen; Elvis-Metal eben.

Volbeat war eine positive Überraschung. Mir selbst war die Band bis zu diesem Tag unbekannt und ich wage mal zu behaupten sie haben dem Publikum am besten eingeheizt. Der Musikstil wird gerne als “Elvis-Metal” bezeichnet, weil der Sänger Michael Poulsen vom Outfit und der Stimme ein wenig an den “King” erinnert. Ich bin ein neuer Fan.

Der anschließende Gig von Machine Head begann grandios. Ich bin sicher, bei diesem Konzert ging es im Moshpit am heftigsten ab. Aber die Kerle haben auch extrem gut gespielt. Leider musste ich mich rechtzeitig zu Turisas auf der WET Stage aufmachen, sonst hätte ich mir Machine Fucking Head komplett reingezogen.

Kommen wir nun zur (meiner Meinung nach) schlechtesten Band des Festivals. Machine Head. Thrash-Metal ist echt nicht meins (die alten Sachen von METALLICA ausgenommen) und zudem fand ich auch den Auftritt an sich wenig spektakulär. Der Moshpit hingegen war riesig. Der Sänger Robert Flynn hat die Zuschauer dazu gebracht einen Moshpit auf einer Länge von 15 bis 20 Reihen hinzukriegen. Sah ziemlich cool aus, aber ich hab mir das lieber aus der ferne angesehen.

Turisas. Was soll ich sagen. Aber von vorne: um einen guten Platz zu ergattern, hörte ich mir noch die letzten Klänge von Engel an, der Band, die vor Turisas auftrat. Nie davon gehört, aber die Mucke gefiel mir gut. Vielleicht ist da sogar mal ein Albumkauf angesagt… Nach einer sehr langen Umbaupause (in der Zeit hätte ich mir Machine Head bis zum Schluss angucken können) kamen meine Götter endlich auf die Bühne und legten sofort mit „Holmgaard And Beyond“ los. Mehr weiß ich nicht mehr. Moshpit. Wall Of Death. Circle Pit. Mitgröhlen. Heiß. Zwei Becher verloren. Kurzum: geil!

Nach diesem Chaos auf der WET-Stage taten mir ordentlich die Füße weh, so dass ich Korpiklaani auf der Party Stage nur noch eingeschränkt genießen konnte. Der Auftritt war mehr als gut, ich hätte mir jedoch etwas bessere Stimmung gewünscht. Aber gegen Saxon anzustinken, die ein paar Meter weiter links auf der True Metal Stage ein Feuerwerk ihrer Klassiker abfackelten, ist halt nicht ganz so einfach. Also Respekt, Korpiklaani!

Then I dropped dead in my bed. Besser gesagt ins Auto, da Phil, die Nase, sich mein Zelt unter den Nagel gerissen hatte.

Korpiklaani und Subway to Sally habe ich dann vom Campingplatz aus gehört, ich war einfach zu groggy. Da Axel den Autoschlüssel einstecken hatte, hab ich mir derweil sein Zelt ausgeliehen mit der Annahme Axel schmeißt mich schon raus wenn er zurück kommt. Das “Ende vom Lied” war, ich bin um 9:00 Uhr früh am nächsten Tag aufgewacht und lag noch immer im Zelt…

Sonntag, 02.08.2009:

Und als ich erwachte, war auch schon wieder Abreisetag. Sehr schade, wie ich finde. Aber alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei, was wir in den diversen Dixie-Klos anschaulich vor Augen geführt bekamen.

Wir grillten den Rest unseres Fleisches (FLEISCH!!!), auf dass es nicht verderbe, packten die Zelte und andere Gegenstände ein und trollten uns wehmütig von unserem geliebten Campground Y, der uns – auch aufgrund der Nähe zu Bauer Willi – sehr ans Herz gewachsen ist.

Schade vorbei …. tagelang Heimweh…

Nun war die Woche auch schon wieder rum. Unglaublich. Die Zeit ging viel zu schnell rum. Wir haben unser letztes FLEEEIIISCH noch auf den Grill gehauen (ich habe aus meinem Frankreichurlaub einen großen Beutel an getrockneten Weinreben mitgebracht – verleiht dem FLEEEIIISCH einen ganz eigenen Geschmack), unsere Sachen zusammengeräumt und sich dann zurück zu Wiebke’s Eltern gefahren, wo wir ein leckeres Mittagessen serviert bekamen.

Abfahrt. Nächste Station: Nürnberg! Heimat!

Nach einem leckeren Kaffee machten Axel und ich uns um 15:00 Uhr dann auf den Heimweg. Aufgrund von Stau rund um Hannover sind wir ab Hamburg bis Hannover-Ost Landstraße gefahren und letztendlich um 00:30 Uhr daheim angekommen.

Mein Fazit: Schön war’s und Spaß hat’s gemacht. Vielleicht auf eine Wiederholung nächstes Jahr. Bis dahin!!!

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