Dublin – Kilmainham Gaol

Kilmainham GaolDas Kilmainham Gaol (irisch: Príosún Chill Mhaighneann) ist ein trauriger und deprimierender Ort.

1796
Der ursprüngliche Bau des Gefängnisses wird eröffnet – es gilt als eines der modernsten seiner Zeit in Irland. Die Hälfte der damals inhaftierten bestand aus Steuerschuldnern, die andere aus Verurteilten die wegen Betteln, Stehlen, Gewaltanwendung, Prostitution und/oder Trunkenheit schuldig gemacht hatten.

Im ersten halben Jahrhundert nach Erbauung gab es in Kilmainham weder Licht noch Glasfenster. Jeder Gefangene bekam alle zwei Wochen eine kleine Kerze in seine Zelle gereicht. Die gereichten Mahlzeiten bestanden aus Suppe, Milch, Brot und Haferschleim.

1798
Henry Joy McCracken war der erste politische Gefangene in Kilmainham. Er war Gründungsmitglied der Society of United Irishmen, einer Bewegung – inspiriert durch die französische Revolution – mit dem Ziel eine irische Republik zu gründen. Durch ein Militärgericht wurde er 17. Juli 1798 zum Tode verurteilt, bekam aber die Möglichkeit auf eine Lebenslange Haft, wenn er Mitglieder der Gruppe verrät. Aufgrund seiner Weigerung wurde das Urteil durch Erhängen noch am selben Tag der Urteilsverkündung vollstreckt.

1803
Robert Emmet führte mit der Society of United Irishmen 1803 einen weiteren Aufstand in Dublin an und wurde Aufgrund voreiliger Ausführung und schlechter Planung am 25. August verhaftet und ins Kilmainham Gaol gebracht. Der Prozess wegen Landesverrats wurde am 19. September eröffnet und wurde nach nur einem Tag mit dem Todesurteil wieder beendet.

Am 20. September fand Robert Emmet den Tod durch Erhängen vor den Toren des Gefängnisses in der Öffentlichkeit. Der Verbleib seiner Überreste ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.

1845 – 1850
Die große Hungersnot in Irland trieb viele Menschen zum Betteln auf die Straßen. Da aber das Betteln zu dieser Zeit unter Strafe gestellt war, belegen Aufzeichnungen, dass Kilmainham hoffnungslos überfüllt war. Teilweise waren die Ein-Mann-Zellen mit bis zu fünf Häftlingen belegt – die meisten Insassen waren damals Frauen und Kinder die wegen Essenstehlen und Betteln verurteilt wurden.

1861 – der Ostflügel
Das viktorianische Zeitalter bedeutete auch für das Kilmainham Gaol und seine Insassen tiefgreifende Veränderungen. Man war der Meinung dass eine Anpassung der Umgebung (Um- und Neubau und Renovierung) das Wohlbefinden der Gefangenen steigern würde. 1862 wurde der Ostflügel eröffnet, womit 96 zusätzliche Zellen verfügbar wurden.



In diese Zeit fiel auch die Gefangenentrennung sowie das Redeverbot. Kommunikation war unter den Gefangenen strengstens verboten – Missachtungen wurden streng geahndet. Die Gefängnisleitung hoffte dass die Insassen ihre Zeit mit Bibellesen verbringen würden – was sie zum Nachdenken und Bereuen ihrer Taten verbringen würden.

20. Jahrhundert
Kilmainham Gaol wurde am 28. Februar 1910 vorübergehen geschlossen – zum inhaftieren politischer Gefangener im Rahmen des Osteraufstandes von 1916 jedoch wieder in Betrieb genommen.

Vierzehn Mitglieder des Osteraufstandes, die in Kilmainham inhaftiert waren, wurden zwischen dem 3. Mai und 12. Mai 1916 im ehemaligen Steinklopferhof durch ein Exekutionskommando erschossen. James Connolly, Anführer des Aufstandes, wurde zuletzt hingerichtet.

Bürgerkrieg, Verfall und Restauration
Der irische Bürgerkrieg von 1922 bis 1923 erforderte eine erneute Inbetriebnahme von Kilmainham. Der letzte Gefangene, Éamon de Valera, wurde schließlich 1924 entlassen. De Valera wurde 1932 zum Premierminister gewählt – er hatte das Amt bis 1948 ununterbrochen Inne, anschließend erneut von 1951–1954 und 1957–1959. Von 1959 bis 1973 war De Valera zudem irischer Staatspräsident.

Nach Schließung des Kilmainham Gaol, verfiel es Aufgrund von Vernachlässigung im Laufe der Jahre immer weiter. In den 1960er Jahren wurde das “Kilmainham Gaol Restoration Committee” mit dem Ziel gegründet, das Gefängnis als Museum und Nationalmonument zu erhalten. Der Wiederaufbau dauerte fast 30 Jahre und 1986 an den irischen Staat übergeben.

Leer von Gefangenen ist die irische Bastille gefüllt mit Geschichte!