Dublin – Tag 2

Am zweiten Tag haben wir mit den aus London bekannten Doppeldeckerbussen im “Hop on – Hop off” Verfahren die Stadt bequem im Sitzen erkundet und uns so ein erstes Bild davon machen können was uns die kommende Woche erwartet.

Wie verschafft man sich einen ersten Eindruck in einer unbekannten Stadt, ohne sich zu verlaufen, Sehenswürdigkeiten vorwegzunehmen oder gar etwas Wichtiges zu verpassen/übersehen? Wir haben uns dazu entschieden den ersten richtigen Tag in Dublin bequem mit dem Bus zu erkunden. In Dublin fahren die Busse der Firma City Sightseeing – dieser erinnern auf den ersten Blick an die roten Doppeldeckerbusse aus London, jedoch ist der hintere Teil oben offen.

SightseeingbusEs gibt zwei verschiedene Touren – eine rote Linie, die etwa 90 Minuten dauert und eine gelbe Linie, die etwa 1 Stunde dauert und in den Osten der Stadt führt.

Beide Linien gibt es sowohl mit Livekommentar vom Fahrer bzw. Guide als auch eine Bandaufzeichnung in verschiedenen Sprachen (auch für Kinder gibt es eine eigene Tonspur)

Los ging es für uns morgens um 9:00 Uhr in der O’Connell Street (irisch: Sráid Uí Chonaill), benannt nach Daniel O’Connell [einem irischen Anwalt und Politiker aus dem 19. Jahrhundert der sich hauptsächlich dem (gewaltfreiem) Kampf für die Gleichberechtigung der Katholiken in Irland einsetzte]. O’Connell Street ist zudem die Hauptverkehrsstraße Dublins und etwa 420 Meter lang und 50 Meter breit. Entlang der O’Connell Street befinden sich bereits die ersten Sehenswürdigkeiten der Stadt – darunter das GPO – General Post Office einer der Schauplätze des Osteraufstandes (irisch: Éirí Amach na Cásca / englisch: Easter Rising) aus dem Jahre 1916.

Die nächste Sehenswürdigkeit ist keine 20 Meter entfernt – The Spire (offiziell: Monument of Light – Denkmal des Lichts / irisch: An Túr Solais) – eine 123 Meter hohe Edelstahlnadel, welche seit 2003 in der Mitte der O’Connell Street steht. Der Durchmesser am Fuß beträgt drei Meter, an der Spitze, welche Nachts beleuchtet ist, 15 Zentimeter. Da die Iren ein humorvolles Volk sind, hat auch The Spire Spitznamen wie: Spike, Stiletto in the ghetto oder Stiffy by the Liffey.


Den Abschluß der O’Connell Street im Süden bilden die Statue von Daniel O’Connell – dem Namensgeber der Straße, sowie die O’Connell Bridge. Die O’Connell Bridge ist eine einzigarte Konstruktion, denn sie ist mit 50 Metern ebenso lang wie breit – das gibt es in Europa kein zweites Mal.

Nachdem wir Brücke und den Fluß Liffey überquert hatten, befanden wir uns dann im alten, dem viktorianischen Dublin.

Die erste Sehenswürdigkeit lässt natürlich auch hier nicht lange auf sich warten – das Trinity College (irisch: Coláiste na Tríonóide, Baile Átha Cliath) – mehr dazu aber an Tag 3.

Direkt gegenüber befindet sich das ehemalige Parlamentsgebäude – heute allerdings beherbergt der Bau eine Niederlassung der “Bank of Ireland”. Eine nette Anekdote die uns die Guides auf dem Weg durch Dublin erzählt haben, will ich niemanden vorenthalten:

Als die “Bank of Ireland” das Gebäude übernahm, mauerten sie alle Fenster zu – sodass Dein Geld, welches Du dort hinbringst, nie wieder das Tageslicht erblickt!

Molly MaloneUm die Ecke des Colleges und der Bank, befindet sich die Statue von Molly Malone, die tagsüber Fisch und Muscheln verkaufte, Nachts jedoch “andere Dienste” anbot – ihr wisst was ich meine. Trotz oder gerade wegen ihres zweifelhaften Rufs hat auch Molly diverse Spitznamen verpasst bekommen: Tart with the cart, Dish with the fish oder Dolly with the trolley. Das Lied über Molly Malone ist sogar inoffizielle Hymne von Dublin: hier eine Version von Sinead O’Connor und von den Dubliners.


Vorbei an der Nassau Street, Dublins Pendant zur “Breiten Gasse” in Nürnberg (Shopping, shopping, shopping), der National Art Gallery, dem National Museum of Ireland (aufgrund der vielen ausgestopften Tiere auch “The dead Zoo” genannt) und dem Sitz des Premierministers führt die Tour zu St. Stephen’s Green, oder wie die Iren sagen “The Green”, einem kleinen Park der im 18. Jahrhundert Schauplatz von öffentlichen Hinrichtungen war und anschließend (von 1814 bis 1877) nur den Bewohnern rund um den Park zur Verfügung stand. Sir Arthur Guinness (Enkel des berühmten Arthur Guinness) setzte sich und sein Geld bei der Stadtverwaltung dafür ein den Park für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen – was um 1880 dann auch geschah.


Direkt neben diesem Ort der Ruhe und Gemütlichkeit – ist der lauteste, bunteste und auch hektischte Teil Dublins zu finden: Temple Bar (mehr hierzu an .)


Temple Bar


Eines der Highlights die Dublin zu bieten hat, ist das Guinness Storehouse dass sich niemand entgehen lassen sollte. Einen ausführlichen Bericht über unseren 3-stündigen Aufenthalt findest Du hier.

Guinness


Der nächste Halt auf unserer Tour durch Dublin war ein recht deprimierender und nicht weniger geschichtsträchtiger Ort – das Kilmainham Gaol (irisch: Príosún Chill Mhaighneann), ein 1796 erbautes Gefängnis in dem viele Angehörige des Osteraufstandes hingerichtet wurden. Eine Tour ist hier jedem zu empfehlen der sich für die Geschichte Irlands interessiert.

Kilmainham


Die Tour ist nun schon fast im westlichsten Teil Dublins angelangt – fehlt nur noch ein Abstecher in die “grüne Lunge Dublins”, dem Phoenix Park mit seinem 62 Meter hohen Obelisken (Wellington Monument), dem Dubliner Zoo (den wir selbstverständlich besucht haben) und dem Papst-Kreuz aus dem Jahre 1979. Der Park ist mit über 8km² Fläche und einer 11 Kilometer langen, umschließenden Mauer der drittgrößte Innerstädtische Park Europas (der Central Park in New York City z.B. hat lediglich eine Fläche von 3,4 km²).


Das letzte wirkliche Highlight (zumindest für uns) war die Old Jameson Distellery – ein Ort an dem ein herrlich leckeres Gebräu hergestellt wird: Der Jameson Whiskey. Einen Rundgang haben wir an Tag 4 gemacht – hier gibt es einen kurzen Bericht und Bilder zu unserem Besuch.

Jameson Distellery