Fotografie: Tschernobyl

Auf den Tag genau vor 25 Jahren passierte das schwerste Unglück dass sich bis dato in einem Kernkraftwerk ereignete:

Das Reaktorunglück von Tschernobyl (Ukraine) am 26. April 1986 ereignete sich bei dem Versuch nachweisen zu wollen dass der Reaktor trotz eines (simulierten) Totalausfalls des Stromnetzes und einer damit verbundenen Abschaltung ausreichend mit Strom versorgt wird.

Aufgrund von Bedienungsfehlern und Mängeln in der Konstruktion des Reaktors führten zu einem völlig unkontrollierten Leistungsanstieg in Reaktorblock 4, der daraufhin explodierte und den Super-GAU auslöste. In den folgenden zehn Tagen nach der Explosion wurden die meisten Radioaktiven Stoffe (Jod und Cäsium) freigesetzt. Die ukrainische Regierung plante nach Beendigung der Dekontaminationsarbeiten und der provisorischen Versiegelung des havarierten Reaktors 1986 und 1987, die übrigen drei Reaktoren wieder ans Netz zu bringen und tat dies auch. Auf Drängen der EU (und einem Feuer in Reaktorblock 2 im Oktober 1991) wurde der letzte Reaktor im Jahr 2000 endgültig abgeschaltet.

Noch heute, 25 Jahre nach dem Unglück, wendet die ukrainische Regierung jährlich 5% des BIP auf um den Reaktor zu sichern und den Austritt weiterer Radioaktiver Stoffe zu verhindern.

 

Reaktor mit "Sarkophag" - Foto von Carl Montgomery via flickr

 

In einem 30-Kilometerradius rund um den Reaktor wurden die Ortschaften (auch Jahre nach dem Unglück) evakuiert und die verlassenen Gebiete zu einer Sperrzone erklärt. Das betreten der drei Sperrzonen ist heute nur noch mit einer Sondergenehmigung genehmigt, oder aber man findet eine der unzähligen Lücken im Begrenzungszaun.

Die Hobbyfotografin Elena Filatova bereiste die gesperrte Zone auf eigene Gefahr um zu dokumentieren was die Radioaktivität und das daraus resultierende fernbleiben der Menschen aus den Orten und Städten gemacht hat.

Mich persönlich schockiert die Tatsache dass es Menschen gibt die in die noch immer verstrahlte Zone freiwillig zurückkehren um dort zu leben oder dass es tatsächlich Anbieter für Bustouren in das Gebiet rund um den Unglücksreaktor gibt.:

Alle Bilder aus der gesperrten Zone und der Einwohner mit freundlicher Genehmigung von Elena Filatova

Update: Am 12.04.2011 hat die japanische Regierung den Störfall im AKW “Fukushima” auf die selbe internationale Katastrophenstufe (sieben) wie Tschernobyl gesetzt! Somit ist das Unglück in der Ukraine vor 25 Jahren nicht mehr alleine das schwerste Reaktorunglück – kein Grund zur Freude!

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Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 26. April 2011 um 12:00 Uhr erstellt und unter der Kategorie Fotografie abgelegt. Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlasse einen Kommentar, oder setze einen Trackback von Deiner eigenen Homepage.

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