2-Tagestour in die Sahara

Da ich schon in Tunesien bin, dachte ich mir, mache ich doch die Fahrt in den Süden mit und versuche mich als Abenteurer. Mir ist die Stadt dann doch lieber, aber es war faszinierend, bedeutende Bauten der alten Römer, am Rande der Sahara zu stehen, eine riesige Dattelplantage zu besuchen und ein altes Filmset zu besichtigen. Aber eins nach dem anderen. Da die Römer praktisch überall waren, waren sie auch in Tunesien und haben in El Djem ein Amphitheater gebaut, welches das drittgrößte der Welt ist. Gleich nach dem Kolosseum in Rom und dem Amphitheater von Capua. Es hatte Platz für 30.000 Menschen. Dort fanden regelmäßig blutige Gladiatorenkämpfe, Hinrichtungen die aus der Christenverfolgen resultierten und sonstige Zirkusspiele statt. Dieses Amphitheater steht auch auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

Wer das Wort Sahara hört, denkt sofort an eine unendliche Landschaft aus Sand. Im zugänglichen Süden Tunesiens besteht sie hauptsächlich aus Stein, Fels, Kies und Geröll, das Klischee einer Sandwüste macht hier nur einen geringen Teil aus. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste Marokkos bis ans rote Meer in Ägypten und führt durch elf Länder. Die Sahara ist 9 Millionen km² groß, was in etwa der Größe der USA entspricht. Das sogenannte Tor zur Sahara in Tunesien ist die kleine Stadt Douz, wo jedes Jahr Ende Dezember das berühmte “Festival de Douz” stattfindet. Es gibt Kamel- und Pferderennen zu bestaunen und folklorische Veranstaltungen aus allen Teilen Tunesiens.

Die Übernachtung war in einem kleinen Hotel in Douz, wo es am nächsten morgen um 4:30 Uhr schon wieder losging. Das eigentliche Highlight des Tages sollte nämlich noch folgen. Erst die Fahrt über den Chott-El-Djerid, einem ausgetrocknetem See der heute eine Salzwüste ist, bei Sonnenaufgang und der anschließende Besuch der Datteloase Tozeur.

In Tozeur hieß es dann “Umsteigen”. Vom Bus in den Jeep. Nun hatte man die Wahl: Entweder zu einer schönen Bergoase mit einem tollen Wasserfall (uuuiiiiii toll) ODER, oder Fahrt zu den Filmkulissen der ersten STAR WARS Filme. Es ist wohl klar, wo ich nicht hin bin. An diesem Ort hat also alles begonnen, hier entstanden die Filme “Krieg der Sterne”, “Das Imperium schlägt zurück” und “Rückkehr der Jedi-Ritter”. Auf den ersten Blick mag man es nicht erkennen, aber alle Gebäude sind aus Holz und mit einer Art Pappe verkleidet, was aussehen soll wie Stein. Da es in der Sahara kaum regnet ist das alles noch sehr gut erhalten.

Nachdem wir uns mit den Oasenbesuchern wieder vereint hatten, ging es wieder Richtung Norden. Unterwegs gab es dann noch einiges zu sehen. Die Ortschaft Matmata zum Beispiel. Von einem Dorf zu sprechen wäre nicht ganz korrekt, denn sämtlich “Häuser” liegen unter der Erde. Die Gegend um Matmata rum ist nämlich eine Geröllwüste, es wächst dort nichts was als Baumaterial genutzt werden kann.

Der letzte Halt war dann in Kairouan. Mit seiner prächtigen Hauptmoschee, die bereits um 670 entstand und dann mehrfach erweitert wurde, lohnt auf jeden Fall einen Besuch. Bis zum 11. Jahrhundert war Kairouan das wichtigste islamische Zentrum Nordafrikas. Wie schon das Amphitheater in El-Djem ist die Moschee in Kairouan auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO zu finden. Ferner ist Kairouan “Hauptstadt des tunesischen Teppichs”.

Die Tunesier sind schon ziemlich humorvoll. Sie stellen lustige Schilder auf ;)


Tunesien im Winter 2004
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